0.2023

0.1.Vorträge

Vortrag: „Zur Fortsetzung eines Christlichen Eyffers vnd Gottgefelliger Andacht [seyn] die Teutsche Catholische Kirchengesäng ganz nütz- vnd befoerderlich“. Eine kleine Geschichte der Mainzer Gesangbücher.

Prof. Dr. Ansgar Franz und Dr. Christiane Schäfer (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Montag, 16. Januar 2023, 18 Uhr im MVB-Forum am Neubrunnenplatz

Gesangbücher als Gebrauchsgegenstände sind fluide Größen, die sich von Generation zu Generation ändern. In ihnen spiegelt sich die Kultur- und Frömmigkeitsgeschichte der jeweiligen Epochen. In Mainz erschienen bereits im 16. Jahrhundert die ersten (katholischen) Gesangbücher, denen bis in die Gegenwart eine stattliche Anzahl sehr unterschiedlicher Typen folgen sollten:  Teils waren sie gegen den Trend der Zeit und trotzdem sehr zählebig, teils nach der neusten literarischen Mode und nur von kurzer Dauer, teils von der Obrigkeit den Gläubigen aufgezwungen, teils von einer bahnbrechenden und weit über die Grenzen des Bistum hinausgehenden Bedeutung, teils rückwärtsgewandt, teils zukunftsorientiert und weitherzig auch für evangelisches Liedgut offen. Der Vortrag will in sieben Schritten die Mainzer Gesangbücher auf dem Hintergrund ihrer historischen, literarischen und liturgischen Kontexte vorstellen.

Wir bitten um Beachtung, dass die Teilnahme an Veranstaltungen im MVB-Forum an die Durchführung eines negativen Selbsttests/Schnelltests am Veranstaltungstag und an den Eintrag in die Anwesenheitsliste mit den geforderten Daten gebunden ist.

Vortrag: Römische Steindenkmäler aus Mainz - eine Sammlung von herausragendem internationalem Renommee

Dr. Michael Johannes Klein (Heidelberg)

Montag, 13. Februar 2023, 18 Uhr im MVB-Forum am Neubrunnenplatz

Die Sammlung der Mainzer Steindenkmäler wurde bereits vor mehr als 500 Jahren durch die Humanisten Gresemund und Huttich begründet. Einen starken Impuls erhielt die Erforschung der römischen Steindenkmäler aus Mainz durch die Kurpfälzische Akademie der Wissenschaften im 18. Jahrhundert. Als unmittelbare Folge dieser Aktivitäten beauftragte der Mainzer Kurfürst Emmerich Joseph 1769 den Benediktinerpater Joseph Fuchs, die Geschichte von Mainz zu erforschen. Fuchs ließ zahlreiche Steindenkmäler ausgraben und in den Hof des Schlosses bringen. Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal verfügte in der Verfassung der Universitätsreform von 1784 die Gründung einer archäologischen Sammlung von römischen Altertümern wie Münzen und Steindenkmälern. Seit dem Ende des Kurstaats haben sich die Stadt Mainz und der Mainzer Altertumsverein um die starke Erweiterung und Erforschung dieser Sammlung sehr verdient gemacht. In den letzten Jahrzehnten haben die Johannes Gutenberg-Universität, das Römisch-Germanische Zentralmuseum und das Deutsche Archäologische Institut mit der wissenschaftlichen Bearbeitung und Publikation der Mainzer Steindenkmäler dafür gesorgt, dass diese heute im Landesmuseum Mainz aufbewahrte Sammlung von internationaler Relevanz für jegliche Forschung zu den römischen Anfängen Europas ist.

Wir bitten um Beachtung, dass die Teilnahme an Veranstaltungen im MVB-Forum an die Durchführung eines negativen Selbsttests/Schnelltests am Veranstaltungstag und an den Eintrag in die Anwesenheitsliste mit den geforderten Daten gebunden ist.

Vortrag: Dr. Christof Krieger (Mittelmosel-Museum Traben-Trarbach)

[Bild: ]

Die Gründung der Deutschen Weinstraße 1935 - Bürckels größte Niederlage im Kampf gegen die Winzernot?

Montag, 6. März 2023, 18.00 Uhr im MVB-Forum am Neubrunnenplatz

Nachdem es anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums 1985 zum bundesweiten Eklat kam, gilt es in Politik, Weinbau und Medien der Pfalz allgemein als Konsens, sich gerade auch an Jahrestagen - wie etwa zuletzt dem im September 2016 begangenen 80. Geburtstag des "Deutschen Weintores" in Schweigen - der braunen Vergangenheit der "Deutschen Weinstraße" durchaus zu stellen. "Geniale Idee mit problematischer Herkunft", so hatte ein Journalist in diesem Zusammenhang bereits anlässlich des 75-Jährigen Jubiläums 2010 beispielhaft formuliert. Dass die von den Nationalsozialisten stammende Marketingidee indes zwischenzeitlich "nicht nur nicht unbeschadet überstanden worden ist, sondern äußerst positiv überwunden und weiter entwickelt worden" sei, wie ein Festredner im gleichen Jahr betonte, steht zudem für alle Beteiligten außer Zweifel. Unterschwellig schwang und schwingt dabei stets die Vorstellung mit, dass es lediglich einem dummen Zufall der Geschichte geschuldet sei, warum diese - im Kern ja vorgeblich gänzlich unpolitische - Marketing-erfindung ausgerechnet von einer der schillerndsten Nazigrößen ihre Umsetzung finden musste; ebensogut hätte die Gründung der "Deutschen Weinstraße" auch in den Jahren vor der nationalsozialistischen Machtergreifung oder nach dem Ende des "Tausendjährigen Reiches" erfolgen können. Genau dies bestreitet der Vortragende. Er hat in seiner 2018 veröffentlichten Dissertation an der Universität Trier die erste umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung der Weinpropaganda im Dritten Reich unternommen und damit erstmals die Möglichkeit eröffnet, insbesondere auch die "geniale Idee" des pfälzischen Gauleiters in einen etwas umfassenderen zeitgenössischen Kontext einzuordnen. Und er hat dabei durchaus überraschende Ergebnisse zutage gefördert!

Wir bitten um Beachtung, dass die Teilnahme an Veranstaltungen im MVB-Forum an die Durchführung eines negativen Selbsttests/Schnelltests am Veranstaltungstag und an den Eintrag in die Anwesenheitsliste mit den geforderten Daten gebunden ist.

Vortrag: Caroline Böhmer in Mainz: Eine Jakobinerin und die Revolution 1792-1793

Dr. Daniel Meis (Universitäten Bonn / Düsseldorf / Stuttgart)

1763 geboren als Caroline Michaelis in Göttingen, 1784 als Caroline Böhmer nach Clausthal verheiratet, 1796 als Caroline Schlegel und dann Caroline (von) Schelling als Muse der Jenaer Frühromantik bekannt geworden, ging die 1792 28jährige mitsamt Tochter nach Mainz. Dort wurde sie faktisch Teil der Hausgemeinschaft Georg Forsters und erlebte das Ende des alten Kurfürstentums und die Gründung der revolutionären Mainzer Republik mit, bis sie sich 1793 zur Flucht vor den anrückenden Preußen gezwungen sah - dann aber doch noch verhaftet wurde. Wer war also diese Frau, über die heute mehr Legenden als Gewissheiten existieren? Und was genau machte sie eigentlich in Mainz? Der Historiker Daniel Meis führt alltagsnah an Caroline Böhmer und dabei ganz besonders ihre Mainzer Zeit heran.

Termin: Montag, 18. September 2023

Ort: MVB-Forum am Neubrunnenplatz

Beginn: 18.00 Uhr

Vortrag: Von Daten zu Fragen und Geschichten - Lexika zur Mainzer Kunst- und Baugeschichte des 18. Jahrhunderts

Prof. Ullrich Hellmann (Mainz-Kastel)

Der Vortrag behandelt Entstehung und Aufbau zweier Lexika zur Mainzer Kunst- und Baugeschichte. Er ist in drei Abschnitte unterteilt. Im ersten Teil werden die Lexika zunächst in den Kontext bisheriger Veröffentlichungen gestellt. Es folgen Hinweise zu den Informationsquellen. Anschließend werden Präsentation und Anordnung des Datenmaterials sowie die Auswahl der Berufe erläutert.

Der zweite Teil geht Fragen nach, die sich nach Ermittlung der Daten ergeben, wobei das Bauhand-werk im Zentrum steht. Was bietet die Informationslage zum damaligen Arbeitsleben (Ausbildung, Werkstatt, Arbeitsverträge)? Welche Fakten gibt es zu Verwandtschaften, Freundschaften und kollegialen Beziehungen? Was zeigen die Dokumente über Konflikte im Handwerk? etc.

Im dritten Teil werden auf der Basis des Datenbestandes einige Lebenswege rekonstruiert. Die Biographien sind exemplarisch für Lebens- und Arbeitsbedingungen von Mainzer Künstlern und Handwerkern im 18. Jahrhundert, belegen zugleich aber auch ein Abweichen von Berufskonventionen.

Montag, 16. Oktober 2023

Beginn: 18.00 Uhr

Ort: MVB-Forum am Neubrunnenplatz

Vortrag: „Erhabene Natur-Gemählde“ - Friedrich Ludwig Sckell und seine Gärten in Rheinhessen und in der Pfalz

Dr. Georg Peter Karn (Mainz)

Neben seinen berühmten großen Anlagen in Schwetzingen, Aschaffenburg und München schuf Friedrich Ludwig Sckell als Gartenkünstler auch zahlreiche kleinere Gärten, nicht wenige davon im heutigen Rheinland-Pfalz. Die meisten von ihnen fielen schon bald den Revolutionskriegen und Umbrüchen des ausgehenden 18. Jahrhunderts zum Opfer und sind daher heute fast unbekannt. Zu ihnen gehörte auch die Erweiterung der kurfürstlichen Favorite in Mainz durch einen Landschaftsgarten im Bereich des zuvor aufgelösten Kartäuserklosters.

Der Vortrag folgt den Spuren Sckells in Rheinhessen und in der linksrheinischen Pfalz, erinnert an erhaltene wie untergegangene Gärten und geht den familiären sowie personellen Verflechtungen nach, denen der Gartenkünstler seine Aufträge verdankte.

Dienstag, 7. November 2023

Ort: MVB-Forum am Neubrunnenplatz

Beginn: ca. 18.30 Uhr (im Anschluss an die Jahresmitgliederversammlung)

Vortrag: Die Entdeckung der Vergangenheit – Die Wiesbadener Sammlung Nassauischer Altertümer und ihre Bedeutung für die Anfänge der Archäologie in Deutschland

[Bild: ]

Dr. Daniel Burger-Völlmecke (Stadtmuseum Wiesbaden)

Die Sammlung Nassauischer Altertümer (SNA) gehört zu den bedeutendsten archäologisch-historischen Sammlungen Deutschlands, die aus dem Bürgertum heraus entstanden sind. Sie ist untrennbar mit dem 1812 gegründeten Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung verknüpft, der die SNA in den 1820er Jahren als Vergleichs- und Lehrsammlung in Wiesbaden aufbaute. Vom Herzogtum Nassau mit landesarchäologischen Aufgaben betraut, setzte der Verein im Gebiet zwischen Main, Rhein und Westerwald an noch heute bedeutenden Fundstellen erstmals mit wissenschaftlichen Fragestellungen den Spaten an, um dem Boden seine antiken Geheimnisse zu entlocken. Das aus den Grabungen stammende Fundmaterial ging in die SNA ein. Wiesbadener Persönlichkeiten wie Friedrich Gustav Habel, Karl August v. Cohausen und Emil Ritterling setzten mit ihren Forschungen neue Standards und trugen maßgeblich dazu bei, dass der Altertumsverein und die SNA auf dem Gebiet des späteren Deutschlands eine Vorreiterrolle in der Entwicklung der Archäologie hin zu einer wissenschaftlichen Disziplin einnahmen.

Der Vortrag stellt heraus, welche Bedeutung die Forschungen des Nassauischen Altertumsvereins und mit ihm die SNA für die noch junge Archäologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert hatten und welche wichtigen Impulse aus Wiesbaden die archäologischen Forschungen in Deutschland beeinflussten.

Montag, 4. Dezember 2023

Ort: MVB-Forum am Neubrunnenplatz

Beginn: 18.00 Uhr

0.2.Führungen und Exkursionen

Führung durch die Sonderausstellung „Aurea Magontia – Mainz im Mittelalter“

Dr. Birgit Heide

Dienstag, 28. Februar 2023, 18 Uhr im Landesmuseum Mainz

Die Ausstellung gibt einen Überblick über mehr als 800 Jahre Mainzer Stadtge­schichte. Sie führt vom frühen Mittelalter, als für Mainz ein neuer wirtschaftlicher und politischer Aufstieg einsetzt, über das „Goldene Mainz“ bis hin zur freien Stadt und der Errichtung des Kaufhauses am Brand durch die Mainzer Bürger am Beginn des 14. Jahrhunderts.

Frau Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseums und Mitglied des MAV-Beirats, wird die Mitglieder des Mainzer Altertumsvereins persönlich durch die Ausstellung führen, die aus den Sammlungen des Landesmuseums, ergänzt mit Leihgaben aus dem Stadtarchiv Mainz, dem Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz, der Landesarchäologie (Außenstelle Mainz) und dem Stadtmuseum Wiesbaden erstellt wurde.

Führung im Landesmuseum "Ein barockes Mainzer Möbel enthüllt seine Geheimnisse – das Meisterstück von Peter Schuss von 1763"

Gernot Frankhäuser

Dienstag, 21. März 2023, 18.00 Uhr im Landesmuseum Mainz

1990 konnte das Landesmuseum auf dem us-amerikanischen Auktionsmarkt ein in Mainz gefertigtes Prunkmöbel erwerben. Gemäß den Vorschriften der Schreinerzunft birgt das „Cantourgen“ Überraschungen, die nur bei Öffnung der Türen zu entdecken sind. Geführt von unserem Beiratsmitglied Herrn Gernot Frankhäuser wird den Mitgliedern des MAV dieses exklusive Erlebnis geboten. Gegenübergestellt wird ein Verwandlungsmöbel aus der Neuwieder Manufaktur von Abraham und David Roentgen von 1768.

Anmeldung bitte per E-Mail an: info@mainzer-altertumsverein.de

Führung: Die Mainzer Kartause - Standortbestimmungen

Dr. Joachim Glatz und Dr. Georg Peter Karn

Die alten Dimensionen des ehemaligen Klosterareals werden gemeinsam abgeschritten. So wird eine Standortbestimmung möglich. 

Montag, 13. September 2023

Treffpunkt: Stadtpark, vor dem Favorite Parkhotel

Beginn: 15 Uhr (Dauer ca. 90 Min)

Führung: Josephskapelle, St. Ignaz und Augustinerkloster

Dr. Joachim Glatz und Dr. Peter Karn

Der zweite Spaziergang beschäftigt sich mit den Überresten der ehemaligen Ausstattung des Kloster, die, verteilt auf andere Standorte in Mainz, bis heute überdauert haben. 

Samstag, 23. September 2023

Beginn: 15 Uhr (Dauer ca. 90 Min)

Treffpunkt: Dommuseum

Exkursion: Die Altäre der ehem. Kartäuserkirche (heute Seligenstadt) und die Kartause Tückelhausen

Dr. Peter Karn und Dr. Joachim Glatz

Exkursion in Kooperation des Dom- und Diözesanmuseums, des Mainzer Altertumsvereins und der Akademie des Bistums Mainz, Erbacher Hof

Die Kirche der ehemaligen Mainzer Kartause war vor allem im 18. Jahrhundert noch einmal auf das kostbarste mit Altären, Skulpturen, Bildern und Altargerät geschmückt worden. Nach der Auflösung und dem Abbruch des Klosters 1781 ging manches verloren, doch wurden bedeutende Teile der Ausstattung versteigert und auf andere Kirchen verteilt, wo sie sich bis heute erhalten haben. So sind drei der ursprünglich fünf großen Marmoraltäre in die ehemalige Benediktinerkirche St. Marcellinus und Petrus in Seligenstadt gekommen. Die in der Ausstellung als große Leuchtbilder zu bestaunenden Altäre werden wir auf der Exkursion besuchen und ausführlich besprechen. Aber auch die ehemalige Klosterprälatur in Seligenstadt mit den barocken Innenräumen und dem rekonstruierten Garten soll in einem kurzen Rundgang besichtigt werden. Nach dem Mittagessen in Seligenstadt (individuell) fahren wir nach Tückelhausen. In der Kartause Cella Salutis, 1351 gegründet und 1803 im Rahmen der Säkularisation aufgehoben, unterhält die Diözese Würzburg ihr Kartäusermuseum Tückelhausen. Erhalten hat sich die Gesamtanlage mit der reich ausgestatteten Kirche und einem Großteil der barocken Klostergebäude. Im Kreuzgang und in zwei ehemaligen Zellen wird die Geschichte und Spiritualität des Kartäuserordens sowie das Leben eines Kartäusermönches vermittelt.

Termin: 21. Oktober 2023

Abfahrt: 8:30 Uhr am Hauptbahnhof (Nordsperre)

Dauer: Ankunft zurück in Mainz gegen 19:00 Uhr

Kosten: 45,- € pro Person

Anmeldung: Es sind noch Plätze frei. Anmeldungen bei: Birgit.Kita@Bistum-Mainz.de oder Tel. 06131 / 253 344.

Für den Fall, dass nicht genügend Anmeldungen eingehen sollten, um die Exkursion kostendeckend anbieten zu können, behalten wir uns vor, die Fahrt abzusagen. Sie erhalten in diesem Fall die von Ihnen bereits entrichtete Teilnahmegebühr zurückerstattet.

Bitte beachten Sie, dass wir bei einem nach dem 22.09.2023 erfolgten Rücktritt 20,- € pro Person als Kostendeckungsbeitrag einbehalten müssen.

Kuratoren-Führung durch die Ausstellung: „Die unvergleichliche kostbare Carthaus“ Die älteste deutsche Kartause: 700 Jahre Kartäuserkloster Mainz

Dr. Gerhard Kölsch

Als "unvergleichliche kostbare Carthaus" priesen Reiseberichte des 18. Jahrhunderts das Mainzer Kartäuser-Kloster, dessen Besichtigung damals zu den Höhepunkten einer jeden Rheinreise gehörte. Doch 1781 wurde das Kloster säkularisiert und dem Abriss preisgegeben. Die Sonderausstellung stellt Geschichte und Glanz der ältesten deutschen Kartause vor.

Dienstag, 21. November 2023

Beginn: 16.30 Uhr (Dauer ca. 60 Min)

Ort: Dom- und Diözesanmuseum Mainz

Anmeldung bis 13.11.2023 an: Birgit.Kita(at)Bistum-Mainz.de oder Tel. 06131 / 253 344.

Die Führung ist für Mitglieder des MAV kostenlos". Bitte weisen Sie bei der Anmeldung auf die Mitgliedschaft hin.

2022 - im Aufbau

2021 - im Aufbau

2020 - im Aufbau

0.1.Vorträge

Vortrag: Die kurfürstlich-mainzische Hofmusik aus der Sicht eines Archivalienneufundes in Breslau, der Handakten der beiden Hofmusikintendanten Graf Ingelheim und Graf Hatzfeld

Dr. Franz Stephan PELGEN (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Montag, 20. Januar 2020, 18 Uhr im MVB-Forum

Die kurfürstlich-mainzische Hofmusik aus der Sicht eines Archivalienneufundes in Breslau, der Handakten der beiden Hofmusikintendanten Graf Ingelheim und Graf Hatzfeld
Unser früheres Vorstands- und jetziges Beiratsmitglied Dr. Stephan Pelgen hat schon des Öfteren ein „Näschen“ für relevante Quellenneufunde zur kurmainzischen Kulturgeschichte bewiesen und möchte auf der Basis einer solchen Entdeckung einen Blick in die Organisationsebene der Mainzer Hofmusik zum Ende des 18. Jahrhunderts werfen. Im Herrschaftsarchiv der in Niederschlesien ge-legenen, früher gräflich/fürstlich-hatzfeldischen Besitzungen Trachenberg (Żmigród), liegen (heute im Staatsarchiv Breslau) die Handakten des letzten Mainzer Hofmusikintendanten Franz Ludwig von Hatzfeld, und in ihnen diejenigen seines Vorgängers Carl Philipp von Ingelheim. Das war der Forschung bislang ganz unbekannt, und diese Akten sind ein wahrer Schatz! Auch eine noch unbekannte Mozart-Handschrift aus Mainz ist enthalten.

Vortrag: Mainzer Hofsänger anno 1789: Akademien im Mainzer Schloss unter Kurfürst Friedrich Carl Joseph von Erthal

Prof. Dr. Karl BÖHMER, Villa Musica Mainz / Hochschule für Musik Mainz

Montag, 17. Februar 2020, 18 Uhr im MVB Forum

Lange bevor im Akademiesaal des Mainzer Schlosses die Mutter aller TV-Fastnachtssitzungen einzog, wurde dort meisterhaft gesungen – frei nach dem Motto „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“. Denn der letzte in Mainz residierende Kurfürst Friedrich Carl Joseph von Erthal ließ den „Festinsaal“ des Schlosses 1786 von dem Franzosen Antoine-François Peyre als klassizistischen Konzertsaal mit umlaufender Galerie umgestalten. Dort fanden die glanzvollen Akademien der Mainzer Hofkapelle statt, und die Arien der Hofsänger hatten in den Programmen ihren festen Platz. Besonders der „erste Hofsänger“ Francesco Ceccarelli, Sopran-Kastrat aus Italien und ein Freund Mozarts, setzte mit großen Arien im Stil der Opera seria Akzente. Auch die legendäre Primadonna Luísa Todi gastierte Anfang März 1789 zu drei Konzerten in Mainz. Hortensia Gräfin Hatzfeld, die Schwägerin des Mainzer Hofmusikintendanten, glänzte in Arien aus Mozarts Idomeneo. Im Oktober 1790 kam schließlich Mozart selbst in den Akademiesaal, um mit Ceccarelli und der Hofkapelle zu konzertieren.

Prof. Dr. Karl Böhmer, wissenschaftlicher Direktor der Landesstiftung Villa Musica und Honorar-Professor an der Musikhochschule Mainz, gibt in seinem Vortrag Einblicke (und Hörproben!) in die Sinfoniekonzerte der Erthalzeit, in ihre Programme und besonders in die glanzvollen Auftritte der damaligen Mainzer Hofsänger.

0.2.Führungen und Exkursionen

Führung durch die Sonderausstellung "bauhaus - form und reform. von der reformbewegung des kunstgewerbes zum wohnen mit ikonen"

Samstag, 4. Januar 2020, 14.00-15.00 Uhr, Landesmuseum Mainz

Das 1919 gegründete Bauhaus fiel nicht vom Himmel, sondern hatte Vorläufer und nahm viele Anregungen und Errungenschaften des 19. Jahrhunderts auf und entwickelte sie weiter. Unser Beiratsmitglied Gernot Frankhäuser, der die Sonderausstellung mit konzipiert hat, legt bei der Führung durch die Ausstellung den Schwerpunkt auf Kunsthandwerk und Industrie aus Mainz bzw. dem heutigen Rheinland-Pfalz.

Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl auf 25 Personen begrenzt ist. Eine Teilnahme ist nur nach erfolgter Anmeldung an info@mainzer-altertumsverein.de oder unter Tel. 06131 / 22 94 42 möglich. Die Teilnahme ist für Mitglieder des MAV kostenlos.

Führung durch die Sonderausstellung "Egon Hartmann und der Wiederaufbau von Mainz"

Samstag, 15. Februar 2020, 14.00 Uhr, Landesmuseum Mainz

Egon Hartmann (1909-2009) war eine Schlüsselperson für den Städtebau der Nachkriegszeit in Deutschland. Durch seine beruflichen Stationen in Weimar, Erfurt, Berlin, Mainz und München hat er sowohl im Osten als auch im Westen beim Wiederaufbau zerstörter Städte Maßstäbe gesetzt. Von 1954 bis 1959 arbeitete Hartmann im Baudezernat der Stadt Mainz und fertigte 1955, zehn Jahre nach Kriegsende, den ersten zusammenhängenden Rahmenplan für die Mainzer Innenstadt - Grundlage für den späteren Wiederaufbauplan von Ernst May. Anlässlich Hartmanns 100. Geburtstags belegen Ausstellungen in Erfurt, Berlin und München sein umfangreiches Wirken. Das Landesmuseum präsentiert Hartmanns städtebauliche und architektonische Planungen für Mainz mit Beständen aus den Architekturmuseen in Berlin und München, sowie aus dem Mainzer Stadtarchiv.

Durch die Ausstellung führt der Mitkurator der Ausstellung Dr.-Ing. Rainer Metzendorf, Architekt und Stadtplaner dwb, Mainz.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist für Mitglieder des MAV kostenlos.

2019 - im Aufbau

0.1.Vorträge

Vortrag: „Intoleranz und Religions-Einschränkung“? Katholiken, Lutheraner und Reformierte in Worms im 18. Jahrhundert

Carolin Katzer, M.Ed. (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Montag, 9. Dezember 2019, 18.00 Uhr im MVB-Forum

Die Begriffe „Intoleranz“ und „Religions-Einschränkung“ erinnern an die konfessionelle Aufladung von Konflikten im Zeitalter der Reformation. Doch ganz im Gegenteil beschwerten sich die Katholiken über Intoleranz im 18. Jahrhundert, insbesondere über Religionseinschränkungen des lutherischen Magistrats in der Reichsstadt Worms. Dies steht im Gegensatz zu der Annahme, dass der Westfälische Frieden von 1648 den religiösen Frieden im Reich dauerhaft sichern konnte. Erst in den letzten Jahrzehnten konnte herausgestellt werden, dass die konfessionellen Spannungen lediglich konserviert wurden und im 18. Jahrhundert mit erneuter Macht aufbrachen.

Kaum beachtet sind bisher jedoch die Konfessionskonflikte in der Reichsstadt Worms im Zeitalter der Aufklärung. In Worms zeigten sich die Fronten in konfessionellen Konflikten noch im 18. Jahrhundert verhärtet, da Religionsbeschwerden meist durch emotionale Faktoren wie Erniedrigung oder Kränkung ausgelöst wurden. Konfessionelle Konflikte, zum Beispiel Streitigkeiten um katholische Prozessionen oder Kämpfe um die Nutzung von Kirchen, existierten ebenso in Worms wie die Bereitschaft der Gläubigen, in Mischehen ein friedliches multikonfessionelles Leben pragmatisch zu gestalten. Der Vortrag nimmt diese Vielfalt des konfessionellen Mit- und Gegeneinanders in den Blick, um ein differenziertes Bild des multikonfessionellen Zusammenlebens in der Reichsstadt Worms im 18. Jahrhundert aufzuzeigen.

Moguntinen-Beratung: Alles, was Mainz ist

Samstag, 23. November 2019, 14.00-16.00 Uhr im Landesmuseum Mainz

Experten aus den Bereichen Geschichte, Buchkunde, Archäologie und Kunstgeschichte begutachten Ihre Moguntinen. Mainz-Ansichten, Mainzer Drucke und andere Altertümchen mit einem Bezug zur Stadt und zu ihrem Umland werden unter die Lupe genommen und nach besten Wissen kommentiert (ohne Wertangabe).

Die vorherige Einsendung von Fotos mit weiteren eventuell schon vorhandenen Informationen zu den Objekten ist erwünscht an: info(at)mainzer-altertumsverein.de

Dieses Angebot in Kooperation mit dem Landesmuseum Mainz richtet sich an jedermann und ist ein Geschenk des Mainzer Altertumsvereins an die Öffentlichkeit aus Anlass seines 175jährigen Bestehens. Die Teilnahme ist kostenlos.

Vortrag: Ein Blick hinter die Kulissen – Quellenbasierte digitale 3D-Rekonstruktion von Mainz, Worms und Speyer um 800 und 1200

Prof. Dr.-Ing. Piotr Kuroczyński / Julia Merz M. A. (Architekturinstitut Hochschule Mainz)

Montag, 18. November 2019, 19.00 Uhr im MVB-Forum

Im Zuge der Landesausstellung Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht – Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa (9.9.2020-18.4.2021) entstehen seit September 2018 im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und dem Architekturinstitut der Hochschule Mainz quellenbasierte und damit wissenschaftlich fundierte, digitale 3D-Rekonstruktionen der drei Bischofsstädte am Rhein Mainz, Speyer und Worms in den Zeitschnitten um 800 und um 1250.

Neben der Rekonstruktion der Siedlungs- und Befestigungsstrukturen sowie der Kirchenlandschaft erfolgt auch eine Rückführung des Geländes und des Rheinverlaufs in den Zustand des frühen und hohen Mittelalters. Als Primärquellen und damit als Grundlage für die Rekonstruktion der drei Städte dienen dabei vor allem zeitgenössische Schriftquellen, jüngere historische Pläne und Karten, aber vor allem auch Ergebnisse zum Teil unpublizierter archäologischer Grabungen und neuere Forschungsarbeiten. Aufgrund eines Mangels an Quellen, gerade für den frühen Zeitschnitt um 800, werden darüber hinaus zusätzlich Analogien und Vergleichsobjekte für die Rekonstruktion herangezogen.

Die Ergebnisse der Recherchearbeiten werden zunächst in einem Geoinformationssystem (GIS) georeferenziert, in zweidimensionalen Karten zusammengefasst und ausgewertet. Anschließend erfolgt die Übersetzung der 2D-Grundlage in ein 3D-Modell der Stadt. Je Stadt und Zeitschnitt werden außerdem zwei Vertiefungsobjekte im Detail modelliert, im Falle von Mainz unter anderem der Mainzer Dom im Zustand um 1250 und – unter Einarbeitung der neuesten Forschungsergebnisse – St. Johannis um 800.

Die hinter den Modellen stehenden Informationen sowie die Arbeits- und Entscheidungsprozesse, die letztlich zum fertigen Modell führen, werden innerhalb einer virtueller Forschungsumgebung transparent gemacht und das Wissen hinter den hypothetischen Modellen nachhaltig dokumentiert und zur Verfügung gestellt. Der Vortrag wirft einen Blick hinter die Kulissen eines laufenden Digital Humanities-Projekts am Beispiel der Stadt Mainz, von der Quellenkritik bis zum fertigen, gedruckten 3D-Modell.

Vortrag: Historische Vereine – Geschichtsschreibung im Dienste des Vaterlandes (1815-1915)

Prof. Dr. Gabriele B. Clemens (Universität des Saarlandes)

Montag, 2. September 2019, 18.00 Uhr, im Forum der Mainzer Volksbank am Neubrunnenplatz

Im 19. Jahrhundert haben Geschichtsvereine Entscheidendes für den Aufbau und die Entwicklung der Geschichtswissenschaft und der Archäologie geleistet. In allen Geschichts- und Altertumsvereinen wandten sich die Honoratioren und Gebildeten verschiedenen Aufgabenfeldern zu: Der Herausgabe von Zeitschriften und wissenschaftlichen Publikationen, dem Aufbau von Bibliotheken, dem Denkmalschutz und der archäologischen Bodendenkmalpflege sowie schließlich den Sammlungen. Dabei setzten die Vereine verschiedene Schwerpunkte. Die Mainzer Gesellschaft konzentrierte sich wie benachbarte Vereine aufgrund des reichen archäologischen Erbes auf die Bodendenkmalpflege und den Aufbau einer Sammlung. Diese mündeten in die Gründung von renommierten Museen, die heute von den Ländern betreut werden. Zudem bleibt das Engagement der Vereine für die Pflege von regionalen Identitäten und regionalem Geschichtsbewusstsein bis zum heutigen Tag wertvoll und wichtig.

Vortrag: Mehr als nur stumme Architekturdenkmale. Die wiederaufgebauten Schlösser Mannheim und Bruchsal

Dr. Wolfgang Wiese (Konservator Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg)

Montag, 18. Februar 2019, 18.00 Uhr im MVB-Forum

Schlösser stellen durch ihre Gestalt und Lage Highlights in Städten und Regionen dar. Als sichtbare Zeichen einer altehrwürdigen Vergangenheit sind sie kaum aus dem historischen Gedächtnis der Menschen zu streichen und verkörpern neben den großen kirchlichen und bürgerlichen Monumenten ein bedeutendes kulturelles Erbe. Doch Schlösser, nur als äußere, im Vorbeigehen wahrgenommene Erscheinungen zu betrachten, kann nicht wirklich zufrieden stellen, denn sie sind mehr als nur der architektonische Fassadenentwurf. Ihre Wirkung im städtischen Umfeld, das Innere als räumliche Erfahrung und die Botschaft ihrer ehemaligen Bewohner umfassen das Wesen von Schlössern im Zusammenhang. Sie sind also ein größeres Ganzes der Geschichte, das uns prägende Momente gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen wiedergibt.

Nicht selten haben Schlösser ihre herrschaftlichen Wurzeln durch mangelnde Nutzung oder Zerstörung verloren. Wie man mit jenen Verlusten umging, hat sich beim Wiederaufbau der hier ins Zentrum gestellten Monumente in Mannheim und Bruchsal gezeigt. Beide Schlösser erlitten schwere Schicksalsschläge durch Vernichtung und standen am Rande der kompletten Auslöschung. Aber das Bedürfnis der Menschen, die in ihrem Gedächtnis verankerten Denkmäler wieder aus Ruinen herzustellen, war groß. Keine Plattenbauten, sondern das durch die Erinnerung geprägte Ambiente wünschte man sich an ihren Standorten zurück. Die Hülle genügte nicht und der Blick ins Innere reizte zur Sichtbarmachung höfischer Lebenswelten, damit sich zeremonielle und repräsentative Bedingungen der Residenzen erklären ließen.

Wie wird ein Schloss definiert, war die Frage. Reichen zweckneutrale Ausstellungsräume aus? Die Projektierung sollte sich an der Geschichte der Orte orientieren und funktionelle Aspekte aufgreifen. Die Planung der Rekonstruktionsmethoden war dabei nicht einfach und eine konzeptionelle Herausforderung, wenn man etwa an die denkmalpflegerischen Vorgaben denkt. Aber auch finanzielle Belange oder zeitliche Dimensionen wurden zum Wagnis. Mit welchen baulichen Einschränkungen und doch erfolgreichen Strategien wurde vorgegangen, damit sich Chancen zur Verbesserung des kulturellen Angebots und der Erweiterung des touristischen Programms in jenen Städten eröffnen ließen, das soll der Vortrag vermitteln.

Vortrag: „Me uszgeben dan ingenomen“: Das Mainzer Rechnungswesen während des späten Mittelalters

Dr. David Schnur (Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd)

Montag, 14. Januar 2019, 18.00 Uhr im MVB-Forum

Im Zentrum des Vortrags stehen die heute nur noch teilweise überlieferten Haupt- und Sonderrechnungen der rheinischen Kathedralstadt Mainz des späten Mittelalters. Nach einem Überblick über die komplexe Überlieferungsgeschichte und -situation soll in einem zweiten Schritt die Buchführungspraxis untersucht werden, die im Untersuchungszeitraum verschiedenen Innovationen unterworfen war. Eine Einbettung in größere Zusammenhänge erfolgt durch die Berücksichtigung der finanziellen und verfassungsrechtlichen Entwicklungen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, welche durch häufige Regimentswechsel im städtischen Rat sowie eine exorbitante und weiter anwachsende Gesamtverschuldung geprägt waren. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die unter Einwirkung der zur Hilfe gerufenen Bundesstädte aus Frankfurt, Speyer und Worms ergriffenen Maßnahmen, die mittel- bis langfristig eine Besserung der finanziellen Situation erwirken sollten.

2018 - im Aufbau

Vortrag: Marcel Lods in Mainz. Archäologie einer Stadtutopie der Nachkriegszeit

Assoz. Prof. Ing. Volker Ziegler (Ecole nationale supérieure d’architecture de Strasbourg)

Montag, 10. Dezember 2018, 18.00 Uhr im MVB-Forum

1945 ist das 2000-jährige Mainz eine zerstörte Stadt, deren rechtsrheinische Gebiete mit den Industrie- und Hafenstandorten in der amerikanischen Zone liegen. Der französische Oberbefehlshaber Pierre Koenig residiert in Baden-Baden, doch geplant ist, an die napoleonischen Planungen anzuknüpfen und ein französisch geprägtes Mayence zur Hauptstadt eines rheinischen Vasallenstaates auszubauen. Für diese Aufgabe wird Anfang 1946 Marcel Lods berufen, der als Mitglied der CIAM-Gruppe ein Verfechter einer funktionalistischen Moderne ist und mit Le Corbusier zu Themen des Wiederaufbaus und zur Charta von Athen korrespondiert.

Kaum bekannt und bisher unveröffentlicht sind die minutiösen Vorarbeiten zu Lods' Planung. Sogleich nach seiner Beauftragung stürzt dieser sich in die Planungsarbeit und kann schon im Mai 1946 einen ersten Bericht mit Analysen und Vorschlägen zum Wiederaufbau von Mainz fertigstellen. Zugleich beginnt sein Planerteam mit gründlichen Untersuchungen im Planungsgebiet, denn viele Dokumente waren im Krieg verschwunden. Diese Arbeiten werden 1947 zu einem Album zusammengestellt und sollen, durch die Brille der Charta von Athen gelesen, als Grundlage für eine - nie erschienene - Publikation dienen. Im Vortrag wird anhand von Lods' Manuskriptalbum auf dessen Begegnung mit der Stadt Mainz, seine Arbeitsweise, Überlegungen und Überzeugungen eingegangen, um zu einem differenzierteren Bild seines als unrealisierbar begriffenen Stadtentwurfs zu gelangen.

Vortrag: Gottes Wille und Menschenwerk – Mainz im Dreißigjährigen Krieg

Prof. em. Dr. Georg Schmidt (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Montag, 26. November 2018, 19.00 Uhr im MVB-Forum (nach der Jahresmitgliederversammlung)

Der Dreißigjährige Krieg wurde seit dem Erscheinen eines riesigen Kometen im Herbst 1618 als Gottes Wille und Strafgericht gedeutet. Diese Wahrnehmung entlastete Täter (und Opfer), weil Gott für den Krieg, die Gewalt und die Grausamkeiten verantwortlich zeichnete. Sie verlor sich erst nach vielen Jahren. Dann dämmerte es auch den Fundamentalisten, dass die Menschen Frieden schließen mussten, wenn sie sich nicht selbst vernichten und die Mitte Europas zur Wüste machen wollten. Der lange Krieg besiegte „die Reiter der Apokalypse“. Der Friede wurde Menschenwerk und die Aufklärung konnte beginnen. Aus protestantischer Sicht waren das Kurfürstentum und die Stadt Mainz nicht nur ein Teil der „Pfaffengasse“; sie gehörten zu den Festungen des römischen Antichristen. Die Schweden besetzten Mainz und steuerten von hier aus ihr „deutsches“ Reich. Schließlich aber war es der neue Erzbischof und Erzkanzler Johann Philipp von Schönborn, der entschieden für den friedlichen Ausgleich in Westfalen eintrat.

„Ehemals jüdisches Vermögen“ – Finanzamtsüberweisungen im Landesmuseum Mainz. Ein Werkstattbericht

Emily Löffler M.A. (Landesmuseum Mainz)

Montag, 24. September 2018, 18.00 Uhr im MVB-Forum

Das Landesmuseum Mainz verwahrt einen Bestand von 61 Gemälden, rund 160 Graphiken und einigen Möbelstücken, die mit der Provenienz „jüdischer Besitz“ in der hausinternen Dokumentation verzeichnet sind und in den Jahren 1941-1944 als Überweisungen der Reichsfinanzverwaltung an die Gemäldegalerie und das Altertumsmuseum der Stadt Mainz übereignet wurden. Der Bestand wurde vom Landesmuseum seit den 1990er Jahren systematisch dokumentiert und bei Organisationen wie dem World Jewish Congress gemeldet. Die Objekte wurden außerdem als „Fundmeldungen“ in die Lost Art Datenbank eingestellt. Da diese Maßnahmen kaum zur Klärung der Herkunfts- und Eigentumsverhältnisse beitragen konnten, wird der Bestand seit April 2016 im Rahmen eines von der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste geförderten Forschungsprojekts systematisch erforscht.

Wie betreibt man diese Art der Forschung? Warum hat die Reichsfinanzverwaltung den städtischen Museen Kunstgegenstände überantwortet? Wie lief dieser Vorgang ab, und warum gelten Überweisungen des Finanzamtes als problematische Provenienzen? Welche Ergebnisse haben die bisherigen Forschungen erbracht, und was bedeuten sie für die Mainzer Stadtgeschichte?

Diesen Fragen wird die Referentin in ihrem Vortrag nachgehen.

Karolingische Architektur und Gartenbaukunst im Odenwald

Samstag, 1. September 2018, 8.30 Uhr bis ca. 20.00 Uhr

Die zweite Tagesexkursion geht in den Odenwald: Bei Steinbach nahe Michelstadt steht die Einhards-Basilika als eine der wenigen noch existierenden karolingischen Kirchen.
In Kirchbrombach weist der spätgotische Flügelaltar eine der ältesten Mainzer Stadtansichten auf und ist ein Zeugnis dafür, wie vor 500 Jahren die fürstbischöfliche Metropole auch kulturell in die Provinz ausstrahlte.
Die Mauern des römischen Kastels und der Besuch des Englischen Gartens bei Eulbach, den die Grafen von Erbach in den ersten Jahren des 19. Jh.s anlegten, bilden den Abschluss des Tages.

Treffpunkt: 8.30 Uhr zur Abfahrt mit dem Reisebus an der „Nordsperre“ des Hauptbahnhofs
Teilnahmegebühr: 40,00 €

Wenn Sie mitfahren möchten, überweisen Sie bitte den Reisepreis unter Angabe des Reiseziels „Odenwald“, Ihres Vor- und Zunamens und Ihrer Telefonnummer auf das Exkursionskonto des Altertumsvereins bei der MVB, IBAN: DE71 5519 0000 0022 0990 22, BIC: MVBMDE55.

Bei Rücktritt nach dem 3.8.2018 behalten wir € 15,- p. P. als Kostendeckungsbeitrag ein.

Leitung: Gernot Frankhäuser

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

E-Mail: gernot.frankhaeuser(at)gdke.rlp.de oder Tel. 06131 / 28 57 145

Die Region um Mainz nach dem Ausbruch des Tamboravulkans vom April 1815 - Aspekte einer Lebensweltkrise

Montag, 5. Februar 2018, 18.00 Uhr im MVB-Forum

Prof. Dr. Helmut Hildebrandt (Mainz)

In den letzten Jahren scheint die Vulkantätigkeit rund um den Globus zuzunehmen. Sie rückt vor allem dann in unser Bewusstsein, wenn der internationale Flugverkehr beeinträchtigt wird und Tausende Reisende auf Flughäfen stranden. Das kilometerhoch transportierte Auswurfmaterial stellt aber nicht nur eine Bedrohung für die Luftfahrt dar, sondern wirkt sich auch negativ auf das Klima aus und beeinträchtigt die Landwirtschaft und andere Bereiche unserer Lebenswelt.

Besonders gefährlich sind die Vulkane, die sich in der äquatorialen Zone befinden, wie z.B. aktuell der Mt. Agung auf Bali. Die Ausbrüche dieser Vulkane innerhalb der sogenannten Innertropischen Konvergenzzone, die ihr Auswurfmaterial bis weit in die Stratosphäre schleudern, beeinflussen das Klima sogar weltweit.

In direkter Nachbarschaft zum Mt. Agung liegt auch der Tambora-Vulkan, der im Jahre 1815 einen verheerenden Ausbruch erlebte. Wie hat sich dieser spektakuläre Ausbruch in den Folgejahren 1816 und 1817 in der Lebenswelt rund um Mainz im Alltagsleben konkret bemerkbar gemacht?
War auch hier 1816, wie in vielen Gebieten Mittel- und Westeuropas ein „Jahr ohne Sommer“?
Der Referent geht diesen Fragen in seinem Vortrag nach und hat dazu interessante Antworten gefunden.

Die Mainzer Künstler des 18. Jahrhunderts von A-Z

Dienstag, 6. März 2018, 18.00 Uhr im Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51

Prof. Ullrich Hellmann (Mainz)

Rund einhundert Jahre nach Veröffentlichung der „Aufsätze und Nachweise zur Mainzer Kunstgeschichte“ von Heinrich Schrohe, die 1912 als Band 2 der „Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz“ erschienen sind, gibt es von Prof. Ullrich Hellmann einen neuen Überblick zu den Malern, Bildhauern, Kupferstechern, Buchdruckern etc. dieser Zeit in Mainz. Das Lexikon bietet mit seinen biografischen Daten umfangreiche Informationen zur Kunst- und Sozialgeschichte.

Anlässlich der Präsentation des Lexikons im Landesmuseum Mainz werden einige ausgewählte Künstlerbiografien näher betrachtet. Im Mittelpunkt steht dabei der Hofbildhauer Peter Heinrich Hencke. Außerdem wird aus dem Leben des Hofvergolders Franz Joseph Ignaz Anton Heideloff berichtet, dessen Kinder und Enkel in Wien, Stuttgart, Nürnberg und andernorts erfolgreich gearbeitet haben. Auch die Malerfamilie Seeland und das Wirken von Edmund Seeland in Mainz und Aschaffenburg wird vorgestellt.

Das Landesmuseum hat einen umfangreichen Bestand an Werken von Künstlern des 18. Jahrhunderts. Mit der Präsentation des Lexikons im Vortragssaal des Museums verbindet sich die Gelegenheit, Arbeiten der genannten  Künstler zu zeigen. Unser Beiratsmitglied Gernot Frankhäuser, der als Moderator die Vorstellung des Lexikons begleitet, wird einige Arbeiten auswählen und erläutern.

2017 - im Aufbau

Die Ersterwähnung Erfurts 742 und die Anfänge seiner Verbindung mit Mainz

Montag, 26. Juni 2017, 19.00 Uhr im MVB-Forum (nach der Jahresmitgliederversammlung)

Univ.-Prof. Dr. Karl Heinemeyer (Erfurt)

Nach Beendigung der Mitgliederversammlung wird der neu erschienene Band 78 (2017) der Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt durch Redakteur Dr. Steffen Raßloff vorgestellt. Der Band setzt einen Schwerpunkt auf die Ersterwähnung Erfurts im Jahr 742 und insbesondere auch auf die historischen Beziehungen zwischen den Städten Mainz und Erfurt.

Im Anschluss daran referiert der Vorsitzende des mit dem Mainzer Altertumsverein freundschaftlich verbundenen Erfurter Geschichtsvereins Prof. Dr. Karl Heinemeyer über die Ersterwähnung Erfurts vor 1275 Jahren im Rahmen der Bistumsgründungen von Bonifatius und über die Anfänge der engen Verbindungen zwischen Mainz und Erfurt, die heute durch eine lebendige Städtepartnerschaft getragen werden.

EXKURSION NACH WÜRZBURG: JULIUS ECHTER UND SEINE ZEIT

SAMSTAG, 15. JULI 2017

Julius Echter (1545 - 1617) gehört zu den berühmtesten Gestalten in der Zeit der sog. Gegenreformation in Deutschland. Als Mainzer Domherr versuchte er mehrfach, die Kurwürde zu erringen, während er als Bischof von Würzburg und „Herzog von Franken“ in mehr als 40 Jahren eine äußerst vielfältige Tätigkeit am Main entfaltete.

Die Besuche des Doms und abschließend der Residenz gehen u. a. den engen Verflechtungen und vielfältigen Beziehungen zwischen Mainz und Würzburg nach.

VORMITTAG
Museum am Dom: Geführter Besuch der Ausstellung Julius Echter. Der umstrittene Fürstbischof.
Julius Echter von Mespelbrunn, der 44 Jahre lang als Fürstbischof von Würzburg herrschte, prägte Mainfranken nachhaltig. Sein 400. Todestag ist Anlass für die Diözese Würzburg, diesen Abschnitt ihrer Geschichte offen und kritisch zu behandeln und in einer aufwendigen Ausstellung mit Hilfe zahlreicher nationaler und internationaler Exponate vor Augen zu führen.

Führungen im Dom: Die Geschichte des Gebäudes und seine Stellung in der romanischen Architektur sowie Die Grabdenkmäler der Echter-Zeit und weitere Höhepunkte der Ausstattung.

MITTAG
Zeit zur eigenen Erkundung der Innenstadt und Gelegenheit zum Mittagessen auf eigene Faust (Oberer und Unterer Markt, Rathaus mit Ratskeller, alte Mainbrücke).

Empfehlungen für die Mittagszeit werden gemeinsam mit weiteren Unterlagen am Exkursionstag gegeben.

NACHMITTAG
Martin von Wagner-Museum in der Residenz: Geführter Besuch der Ausstellung Julius Echter, Patron der Künste. Konturen eines Fürsten und Bischofs der Renaissance.

Dieser Teil der Ausstellung nimmt vor allem Echters Wirken in Kunst, Architektur und Wissenschaften in den Fokus.

Geführter Besuch in der Residenz: Treppenhaus, Weißer Saal und Kaisersaal, die von Giambattista Tiepolo und Bossi 1750-1753 ausgestattet wurden.

Gelegenheit zu einem Imbiss in der Residenzgaststätte B. Neumann oder Gelegenheit zur Promenade im Hofgarten.

Abfahrt:          Samstag, 15. Juli 2017,  7.30 Uhr Abfahrt Mainz Hbf, Nordsperre
Rückkehr:      
ca. 20.30 Uhr in Mainz
Leistungen:     Komfortabler Reisebus, Sämtliche Führungen und Eintritte       

Bitte beachten Sie, dass die Zahl der Teilnehmer/-innen auf 40 Personen begrenzt ist.

Preis für Mitglieder € 40,- und für Gäste € 45,-

Wenn Sie mitfahren möchten, überweisen Sie bitte den Reisepreis unter Angabe des Reiseziels, Ihres Vor- und Zunamens und Ihrer Telefonnummer auf das Exkursionskonto des Altertumsvereins bei der MVB, IBAN: DE71 5519 0000 0022 0990 22, BIC MVBMDE55.

Bei Rücktritt nach dem 24. Juni 2017 behalten wir € 15,- p. P. als Kostendeckungsbeitrag ein.

Leitung: Gernot Frankhäuser

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

E-Mail: gernot.frankhaeuser(at)gdke.rlp.de oder Tel. 06131 / 28 57 145

EXKURSION NACH TAUBERBISCHOFSHEIM

SAMSTAG, 2. SEPTEMBER 2017

Unsere Spätsommerexkursion führt uns in die alte Kurmainzer Amtsstadt Tauberbischofsheim, das bereits unter Bonifatius in die Hand der Mainzer Kirche gelangt ist. Unter fachkundiger Führung von Frau Irmgard Wernher-Lippert von den Tauberfränkischen Heimatfreunden werden wir auf einem Rundgang die Stadt mit der romanischen Peterskapelle und der Stadtpfarrkirche St. Martin mit ihrer spätgotischen und barocken Ausstattung erkunden, bevor am Nachmittag nach einem Mittagessen in einem von einem Mainzer Posthalter erbauten Hof die Besichtigung des Museums im Schloss, dem Sitz der Kurmainzer Amtmänner, auf dem Programm steht. Wer gut zu Fuß ist, kann außerdem den erhaltenen Bergfried des Vorgängerbaus des Schlosses, den Türmersturm, erklimmen und von dort eine wunderbare Aussicht auf Tauberbischofsheim genießen.

Abfahrt Mainz: 8.00 Uhr, Hbf, Nordsperre

Ankunft in TBB (Parkbucht 8, Wörtplatz) 10.00 Uhr: Zweistündiger Stadtrundgang in 2 Gruppen mit Frau Wernher-Lippert und Frau Schwarz (mit Stadtpfarrkirche St. Martin und Peterskapelle)

12.00 Uhr: Mittagessen im Badischen Hof

14.00 Uhr: Besichtigung des Kurmainzischen Amtsschlosses (mit dem hervorragend ausgestatteten Tauberfränkischen Landschaftsmuseum)

15.00 Uhr: Kaffee und Kuchen ebenda im Jägerhäuschen, dem Café des Vereins der Tauberfränkischen Heimatfreunde (anschließend Möglichkeit zur Besteigung des Türmersturms auf 123 Stufen)

16.30 Uhr: Abfahrt nach Gerlachsheim. Besichtigung der Rokokokirche des ehemaligen Prämonstratenserklosters

17.30 Uhr: Rückfahrt nach Mainz

Ca. 20 Uhr: Ankunft in Mainz

Abfahrt:          Samstag, 2. September 2017,  8.00 Uhr Abfahrt Mainz Hbf, Nordsperre
Rückkehr:      
ca. 20.00 Uhr in Mainz
Leistungen:
     Komfortabler Reisebus, Sämtliche Führungen und Eintritte

Bitte beachten Sie, dass die Zahl der Teilnehmer/-innen auf 40 Personen begrenzt ist.

Preis für Mitglieder € 30,- und für Gäste € 35,-

Wenn Sie mitfahren möchten, überweisen Sie bitte den Betrag unter Angabe des Reiseziels, Ihres Vor- und Zunamens und Ihrer Telefonnummer auf das Exkursionskonto des Altertumsvereins bei der MVB, IBAN: DE71 5519 0000 0022 0990 22, BIC MVBMDE55.

Bei Rücktritt nach dem 31. Juli behalten wir € 10,- p. P. als Kostendeckungsbeitrag zurück.

Organisation und Leitung: Prof. Dr. Wolfgang Dobras

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

E-Mail: wolfgang.dobras(at)stadt.mainz.de  oder Tel: 06131-12 26 56