Hinweis

Die aktuellen Veranstaltungen des Mainzer Altertumsvereins finden Sie in der gleichnamigen Rubrik.

Den Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017 können Sie hier herunterladen.

Dokumente

Denkschrift des Mainzer Altertumsverein zur Sanierung des Kurfürstlichen Schlosses (PDF, 3.5 MB)

Bericht in der Allgemeinen Zeitung über die Podiumsdiskussion des MAV zur Zukunft des Kurfürstlichen Schlosses am 24. April 2018.

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Aktuelles

Mitteilungen 3/2018, Dezember 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder des Mainzer Altertumsvereins,

mit diesem Schreiben erhalten Sie die Hinweise zu den ersten drei Veranstaltungen Ihres MAV des Jahres 2019, in welchem der Verein sein 175-jähriges Bestehen feiern wird.

Zu Beginn des neuen Jahres wird uns Herr Dr. David Schnur (Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd) einen interessanten Einblick in das Rechnungswesen der mittelalterlichen Stadt Mainz geben, die schon seinerzeit unter einer hohen Schuldenlast zu leiden hatte.

Im Februar 2019 greifen wir dann ein Thema wieder auf, dem sich der Verein seit längerer Zeit schon intensiv widmet: die Sanierung des Kurfürstlichen Schlosses. Im Frühjahr d. J. war es dem MAV gelungen,  eine mit anerkannten Fachleuten hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zur Zukunft des Kurfürstlichen Schlosses ins Landesmuseum Mainz zu laden. Herr Dr. Wolfgang Wiese, der als Vertreter der Staatlichen Schlösser- und Gärtenverwaltung Baden-Württemberg einer der Teilnehmer dieser viel beachteten Podiumsdiskussion war, hat sich freundlicherweise bereit erklärt, uns nun in einem Abendvortrag über den vorbildlichen Wiederaufbau der Schlösser in Bruchsal und Mannheim zu berichten.

Ganz besonders freut es uns, dass unsere verdiente Vereinssekretärin Frau Carolin Katzer, M.Ed., im März kommenden Jahres als Beitrag zu unserem Vortragsprogramm über die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit referieren wird. Frau Katzer, die Lehrbeauftragte am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist, hat sich den bisher kaum erforschten Konfessionskonflikten in der Stadt Worms des 18. Jahrhunderts gewidmet und wird uns ihre interessanten Forschungsergebnisse nahe bringen.

Die genauen Termine und alle weiteren Einzelheiten zu diesen drei Veranstaltungen entnehmen Sie bitte den beigefügten Vortragsankündigungen.

Das weitere Veranstaltungsprogramm des Jahres 2019 wird ganz im Zeichen des 175-jährigen Jubiläums des Mainzer Altertumsvereins stehen. Nähere Hinweise hierzu und zu den im kommenden Jahr stattfindenden Exkursionen erhalten Sie rechtzeitig mit dem nächsten Mitgliederrundschreiben.

Bereits heute aber möchte ich Sie bitten, einen ganz besonderen Termin vorzumerken: die Festveranstaltung aus Anlass des 175-jährigen Vereinsjubiläums am Freitag, 18.10.2019, um 17.00 Uhr, im Landesmuseum Mainz!

Wir würden uns sehr freuen, Sie an diesem Abend als Gast willkommen heißen zu dürfen. Die Einladungen hierzu werden im Laufe des kommenden Jahres versendet werden.

Der Vorstand des Mainzer Altertumsvereins wünscht Ihnen und Ihren Familien eine schöne Adventszeit und friedliche und besinnliche Weihnachten.

Kommen Sie gut und gesund in das neue Jahr 2019, das ein ganz besonderes in der Geschichte des MAV werden soll.

Herzliche Grüße

Ihr

Günther Knödler

1. Vorsitzender

Nächste Veranstaltung

Mehr als nur stumme Architekturdenkmale. Die wiederaufgebauten Schlösser Mannheim und Bruchsal

 

Dr. Wolfgang Wiese (Konservator Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg)

Montag, 18. Februar 2019, 18.00 Uhr im MVB-Forum

Schlösser stellen durch ihre Gestalt und Lage Highlights in Städten und Regionen dar. Als sichtbare Zeichen einer altehrwürdigen Vergangenheit sind sie kaum aus dem historischen Gedächtnis der Menschen zu streichen und verkörpern neben den großen kirchlichen und bürgerlichen Monumenten ein bedeutendes kulturelles Erbe. Doch Schlösser, nur als äußere, im Vorbeigehen wahrgenommene Erscheinungen zu betrachten, kann nicht wirklich zufrieden stellen, denn sie sind mehr als nur der architektonische Fassadenentwurf. Ihre Wirkung im städtischen Umfeld, das Innere als räumliche Erfahrung und die Botschaft ihrer ehemaligen Bewohner umfassen das Wesen von Schlössern im Zusammenhang. Sie sind also ein größeres Ganzes der Geschichte, das uns prägende Momente gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen wiedergibt.

Nicht selten haben Schlösser ihre herrschaftlichen Wurzeln durch mangelnde Nutzung oder Zerstörung verloren. Wie man mit jenen Verlusten umging, hat sich beim Wiederaufbau der hier ins Zentrum gestellten Monumente in Mannheim und Bruchsal gezeigt. Beide Schlösser erlitten schwere Schicksalsschläge durch Vernichtung und standen am Rande der kompletten Auslöschung. Aber das Bedürfnis der Menschen, die in ihrem Gedächtnis verankerten Denkmäler wieder aus Ruinen herzustellen, war groß. Keine Plattenbauten, sondern das durch die Erinnerung geprägte Ambiente wünschte man sich an ihren Standorten zurück. Die Hülle genügte nicht und der Blick ins Innere reizte zur Sichtbarmachung höfischer Lebenswelten, damit sich zeremonielle und repräsentative Bedingungen der Residenzen erklären ließen.

Wie wird ein Schloss definiert, war die Frage. Reichen zweckneutrale Ausstellungsräume aus? Die Projektierung sollte sich an der Geschichte der Orte orientieren und funktionelle Aspekte aufgreifen. Die Planung der Rekonstruktionsmethoden war dabei nicht einfach und eine konzeptionelle Herausforderung, wenn man etwa an die denkmalpflegerischen Vorgaben denkt. Aber auch finanzielle Belange oder zeitliche Dimensionen wurden zum Wagnis. Mit welchen baulichen Einschränkungen und doch erfolgreichen Strategien wurde vorgegangen, damit sich Chancen zur Verbesserung des kulturellen Angebots und der Erweiterung des touristischen Programms in jenen Städten eröffnen ließen, das soll der Vortrag vermitteln.