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Mainzer Zeitschrift 106/107 (2011/12) erschienen

Die vom Mainzer Altertumsverein herausgegebene ,,Mainzer Zeitschrift. Mittelrheinisches Jahrbuch für Archäologie, Kunst und Geschichte“ erscheint seit 1845 periodisch und genießt national und international hohes Ansehen. Wissenschaftliche Institute und Bibliotheken von Moskau bis New York gehören zu ihren Abonnenten. Der Altertumsverein bietet mit seiner Zeitschrift Archäologen und Historikern aller Disziplinen und Epochen ein Forum für die Veröffentlichung von Beiträgen zur mittelrheinischen Geschichte, insbesondere zur Geschichte der Stadt Mainz, ihrer weiträumigen Beziehungen sowie ihrer Strukturen und der sie prägenden Menschen.

Unter der Redaktion von Dr. Wolfgang Dobras, Direktor des Mainzer Stadtarchivs, ist nun ein neuer Band der renommierten Zeitschrift erschienen, der Jahrgang 2011/12. Aufgrund der zahlreich eingegangenen und teilweise sehr umfangreichen Beiträge hat man sich ausnahmsweise für die Publikation eines Doppelbandes entschieden, der opulent mit Farbaufnahmen sowie mit einem Film auf einer DVD als Beilage ausgestattet ist. Der Band umfasst insgesamt 19 Beiträge von einer Autorin und 14 Autoren und zählt stattliche 400 Seiten.

Die Aufsätze des Jahrgangs 2011 sind, wie gewohnt, vielgestaltig und vielfältig: Sie kreisen vor allem um die Kultur-, Kirchen-, Kunst- und Architekturgeschichte. Diese Disziplinen finden sich alle auch im diesjährigen Schwerpunktthema wieder: Es widmet sich dem Mainzer Adel am Ende des Kurstaats, genauer: den Grafen Stadion, Ostein sowie dem durch seine Mainzer Stadtansichten bekannten Franz Ludwig von Kesselstatt. In einem Beitrag der tschechischen Kunsthistorikerin Magdalena Krejcová-Wells werden in großformatigen Farbbildern erstmals Gemälde des Malers Johann Heinrich Tischbein d.Ä. aus der Sammlung der Grafen Stadion publiziert, die ursprünglich in Mainz, im Stadioner Hof, hingen und heute in Schloss Kozel in Westböhmen aufbewahrt werden. Darunter befinden sich prachtvolle Staatsporträts des Kurmainzer Großhofmeisters Johann Philipp von Stadion und seines Sohnes Friedrich Anton aus der Zeit um 1752. Der Beitrag ist in gewisser Weise eine Hommage an die von der Stadt Mainz mit dem Mainzer Zinnteller geehrte Dr. Jana Bisová (siehe Bericht), die mit ihrem 2009 in der Mainzer Zeitschrift erschienenen Aufsatz über „Mainzer Kultur und Geschichte auf Schloss Datschitz: Die osteinischen und dalbergischen Sammlungen in Mähren“ die Geschichtsforschung auf die Mainzer Schätze in Böhmen und Mähren aufmerksam gemacht hat.

Darüber hinaus finden sich in dem Band aber auch viele weitere spannende Themen. So kann man erfahren, was es mit der Päpstin Johanna, angeblich eine Mainzer Bürgerstochter, auf sich hat, oder wie die Wappensage vom Mainzer Rad und Erzbischof Willigis entstanden ist. Geehrt und besonders gewürdigt wird außerdem das Werk des in Mainz weitgehend in Vergessenheit geratenen Städteplaners Egon Hartmann, des „eigentlichen Vaters für den Mainzer Städtebau nach 1945“. Ihm ist auch ein filmisches Porträt auf einer DVD gewidmet, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Werkbund entstanden und diesem Band beigegeben ist.

Mainzer Zeitschrift 106/107 (2011/12). 400 Seiten, 252 Abb., davon 49 farbig. Für Mitglieder des Altertumsvereins gratis; über den Buchhandel bzw. den Verlag Philipp von Zabern für € 90,00 zu beziehen.