• Veranstaltungen

Veranstaltungen Frühjahr 2020

Programm Frühjahr 2020

FÜHRUNGEN

Samstag, 4. Januar 2020, 14.00-15.00 Uhr, Landesmuseum Mainz Führung durch die Sonderausstellung „bauhaus – form und reform. von der reformbewegung des kunstgewerbes zum wohnen mit ikonen“
Das 1919 gegründete Bauhaus fiel nicht vom Himmel, sondern hatte Vorläufer und nahm viele An-regungen und Errungenschaften des 19. Jahrhunderts auf und entwickelte sie weiter. Unser Bei-ratsmitglied Gernot Frankhäuser, der die Sonderausstellung mit konzipiert hat, legt bei der Führung durch die Ausstellung den Schwerpunkt auf Kunsthandwerk und Industrie aus Mainz bzw. dem heutigen Rheinland-Pfalz.
Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl auf 25 Personen begrenzt ist. Eine Teilnahme ist nur nach erfolgter Anmeldung an info@mainzer-altertumsverein.de oder unter Tel. 06131 / 22 94 42 möglich. Die Teilnahme ist für Mitglieder des MAV kostenlos.


Samstag, 15. Februar 2020, 14.00 Uhr, Landesmuseum Mainz
Führung durch die Sonderausstellung „Egon Hartmann und der Wiederaufbau von Mainz“
Egon Hartmann (1909-2009) war eine Schlüsselperson für den Städtebau der Nachkriegszeit in Deutschland. Durch seine beruflichen Stationen in Weimar, Erfurt, Berlin, Mainz und München hat er sowohl im Osten als auch im Westen beim Wiederaufbau zerstörter Städte Maßstäbe gesetzt. Von 1954 bis 1959 arbeitete Hartmann im Baudezernat der Stadt Mainz und fertigte 1955, zehn Jahre nach Kriegsende, den ersten zusammenhängenden Rahmenplan für die Mainzer Innenstadt - Grundlage für den späteren Wiederaufbauplan von Ernst May. Anlässlich Hartmanns 100. Geburts-tags belegen Ausstellungen in Erfurt, Berlin und München sein umfangreiches Wirken. Das Landesmuseum präsentiert Hartmanns städtebauliche und architektonische Planungen für Mainz mit Beständen aus den Architekturmuseen in Berlin und München, sowie aus dem Mainzer Stadtarchiv.
Durch die Ausstellung führt der Mitkurator der Ausstellung Dr.-Ing. Rainer Metzendorf, Architekt und Stadtplaner dwb, Mainz.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist für Mitglieder des MAV kostenlos.


VORTRÄGE

Montag, 20. Januar 2020, 18.00 Uhr im MVB-Forum
Dr. Franz Stephan PELGEN (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Die kurfürstlich-mainzische Hofmusik aus der Sicht eines Archivalienneufundes in Breslau, der Handakten der beiden Hofmusikintendanten Graf Ingelheim und Graf Hatzfeld
Unser früheres Vorstands- und jetziges Beiratsmitglied Dr. Stephan Pelgen hat schon des Öfteren ein „Näschen“ für relevante Quellenneufunde zur kurmainzischen Kulturgeschichte bewiesen und möchte auf der Basis einer solchen Entdeckung einen Blick in die Organisationsebene der Mainzer Hofmusik zum Ende des 18. Jahrhunderts werfen. Im Herrschaftsarchiv der in Niederschlesien ge-legenen, früher gräflich/fürstlich-hatzfeldischen Besitzungen Trachenberg (Żmigród), liegen (heute im Staatsarchiv Breslau) die Handakten des letzten Mainzer Hofmusikintendanten Franz Ludwig von Hatzfeld, und in ihnen diejenigen seines Vorgängers Carl Philipp von Ingelheim. Das war der Forschung bislang ganz unbekannt, und diese Akten sind ein wahrer Schatz! Auch eine noch unbe-kannte Mozart-Handschrift aus Mainz ist enthalten.

Montag, 17. Februar 2020, 18.00 Uhr im MVB-Forum
Prof. Dr. Karl BÖHMER (Villa Musica Mainz / Hochschule für Musik Mainz)
Mainzer Hofsänger anno 1789: Akademien im Mainzer Schloss unter Kurfürst Friedrich Carl Joseph von Erthal
Lange bevor im Akademiesaal des Mainzer Schlosses die Mutter aller TV-Fastnachtssitzungen ein-zog, wurde dort meisterhaft gesungen – frei nach dem Motto „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“. Denn der letzte in Mainz residierende Kurfürst Friedrich Carl Joseph von Erthal ließ den „Festinsaal“ des Schlosses 1786 von dem Franzosen Antoine-François Peyre als klassizistischen Konzertsaal mit umlaufender Galerie umgestalten. Dort fanden die glanzvollen Akademien der Mainzer Hofkapelle statt, und die Arien der Hofsänger hatten in den Programmen ihren festen Platz. Besonders der „erste Hofsänger“ Francesco Ceccarelli, Sopran-Kastrat aus Italien und ein Freund Mozarts, setzte mit großen Arien im Stil der Opera seria Akzente. Auch die legendäre Primadonna Luísa Todi gastierte Anfang März 1789 zu drei Konzerten in Mainz. Hortensia Gräfin Hatzfeld, die Schwägerin des Mainzer Hofmusikintendanten, glänzte in Arien aus Mozarts Idomeneo. Im Okto-ber 1790 kam schließlich Mozart selbst in den Akademiesaal, um mit Ceccarelli und der Hofkapelle zu konzertieren. Prof. Dr. Karl Böhmer, wissenschaftlicher Direktor der Landesstiftung Villa Musi-ca und Honorar-Professor an der Musikhochschule Mainz, gibt in seinem Vortrag Einblicke (und Hörproben!) in die Sinfoniekonzerte der Erthalzeit, in ihre Programme und besonders in die glanz-vollen Auftritte der damaligen Mainzer Hofsänger.

Montag, 16. März 2020, 18.00 Uhr im MVB-Forum
Dr. Georg Peter KARN (Generaldirektion Kulturelles Erbe, Direktion Landesdenkmalpflege)
Eine schwierige Liaison – Klöster und Festungen in Kurmainz
Zu den ersten Maßnahmen und zugleich zu den ehrgeizigsten Projekten, die der Mainzer Kurfürst und Würzburger Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn während seiner Regierung nach dem 30jährigen Krieg einleitete, gehörte die Neubefestigung der wichtigsten Städte seiner Territorien. Mainz, Würzburg und Erfurt zählten bald zu den stärksten Festungen des Reiches. Betroffen von den ausgreifenden Baumaßnahmen waren in besonderem Maße die traditionsreichen Klöster und Stifte, die am Rande oder außerhalb der Städte lagen und oftmals durch ihre exponierte Lage strate-gisch wichtige Punkte besetzten, wie das Mainzer Jakobskloster und die Abtei Petersberg in Erfurt. Trotz der geistlichen Landesherrschaft hatten sie sich sicherheitspolitischen Interessen unterzuord-nen. Eingeschlossen von Festungsmauern waren die Mönche gezwungen, erhebliche Einschränkun-gen sowie Besitzverluste hinzunehmen und sich mit dem rauen Garnisonsleben zu arrangieren. An-dere Konvente wie das Mainzer Altmünsterkloster mussten sogar den gewaltigen Befestigungswer-ken weichen und konnten nur mit Mühe ihre Existenz retten. Wenigen – wie Stift Haug in Würz-burg und St. Peter in Mainz – gelang es dagegen, den Untergang ihrer mittelalterlichen Kirchenge-bäude und den drohenden Verlust ihrer geschichtlichen Identität für einen kreativen Schub zu nut-zen und im Spannungsfeld zwischen Traditionsbindung und Neuanfang glanzvolle Neubauten zu errichten.