Veranstaltungen im Herbst 2010
Große Stauferexkursion 24.-28. September2010
Die Staufer – kein anderes Herrschergeschlecht prägte im 12. und 13. Jahrhundert in vergleichbarer Weise die Geschichte des römisch-deutschen Reichs, Italiens und ganz Europas. Auch die Kulturlandschaft Baden–Württembergs hat in der Zeit der Staufer ihre entscheidenden Prägungen erhalten.
Unsere Reise führt uns zu vielen Schauplätzen und Zeugnissen dieser glanzvollen Zeit. So beginnen wir mit dem Trifels, dem Aufbewahrungsort der Reichsinsignien. Einst hieß es: wer den Trifels hat, hat das Reich! Danach besuchen wir das Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim mit der Ausstellung „Die Staufer und Italien“. Wir fahren weiter zum Kloster Maulbronn und nach Schwäbisch-Gmünd, wo wir im traditionellen Hotel „Pelikan“, mitten in der Stadt, wohnen werden. Am zweiten Tag lernen wir die Stadt kennen und besuchen Kloster Lorch, die Grablege der Staufer. Am dritten Tag besuchen wir Göppingen und Berg und Burg Hohenstaufen. Am vierten Tag schließlich die Kaiserpfalz in Bad Wimpfen und die Burg Guttenberg. Der fünfte Tag führt uns dann über die Kaiserpfalz in Gelnhausen und die Königshalle in Lorsch wieder nach Hause. Ein reiches Programm wird Ihnen diese wichtige Geschichtsepoche näher bringen und zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.
[Weitere Informationen und Anmeldeabschnitt]
Die römischen Steindenkmäler im Landesmuseum Mainz
Montag, 4. Oktober 2010 – 18.00 Uhr, MVB-Forum, Neubrunnenplatz, Mainz
Vortrag von Dr. Michael J. KLEIN (Landesmuseum Mainz)
An herausragenden Beispielen römischer Steindenkmäler im Landesmuseum – der großen Jupitersäule zum Heil des Kaisers Nero, des den Mainzern gestifteten Ehrenbogens des Ratsherrn Dativius Victor aus Nida-Heddernheim und des Grabsteins des Reeders Blussus und seiner Frau Menimane – wird das Thema der vergangenen, gegenwärtigen und auch künftigen Präsentation erörtert.
Egon Hartmann – Ideengeber für den Wiederaufbau von Mainz
Montag, 29. November 2010, 18 Uhr, MVB-Forum
Der Architekt und Stadtplaner Dr.-Ing. Egon Hartmann (1919 – 2009) hat im Osten und Westen Deutschlands bei der Umplanung bedeutender Städte (Berlin – Weimar – Dresden – Mainz – München) Meilensteine gesetzt.
Seine Vorschläge für Mainz, die er in den Jahren von 1954 bis 1959 entwickelte, waren maßgebende Grundlage beim Wiederaufbau der fast völlig zerstörten Innenstadt.
Ein Vortrag von Dr.-Ing. Rainer Metzendorf würdigt das weithin unbekannte Wirken Egon Hartmanns in Mainz. Im Anschluss daran werden Ausschnitte aus dem ersten und einzigen Filminterview gezeigt, das Egon Hartmann im Sommer 2009 in München kurz vor seinem Tod gegeben hat. Ein Team des Deutschen Werkbunds Rheinland-Pfalz hat den zurückgezogenen 90jährigen in München besucht und erhielt persönliche Eindrücke in seine auf drei Bände angelegte Autobiografie „Der Urbanist“.
Der Erzkanzler im Religionskrieg. Kurfürst Anselm Casimir von Mainz, die geistlichen Fürsten und das Reich
Vortrag von PD. Dr. Franz BRENDLE (Universität Tübingen)
in Kooperation mit dem Stadtarchiv
Montag, 25. Oktober 2010 – 18.15 Uhr, Lesesaal der Stadtbibliothek, Rheinallee 3B
Der Mainzer Erzbischof Anselm Casimir Wambold von Umstadt nahm im Dreißigjährigen Krieg als Reichserzkanzler eine herausragende Position innerhalb der katholischen Kriegspartei ein. In der Religionsfrage war Anselm Casimir auf Reichsebene der Verfechter einer moderaten, auf Verständigung mit den protestantischen Ständen angelegten Ausgleichspolitik. Da Anselm Casimir den Krieg in erster Linie als Religionskrieg einschätzte, konnte für ihn ein Friede nur gelingen, wenn die konfessionellen Streitigkeiten, die sich aus der unterschiedlichen Interpretation des Augsburger Religionsfriedens ergeben hatten, zuvor bereinigt wurden. Früher als alle anderen katholischen Stände sah er die Lösung des Konfessionsstreits als unabdingbare Voraussetzung für die Herstellung eines allgemeinen Friedens an. Darin liegt die eigentliche Größe Anselm Casimirs, dass er zu einem Zeitpunkt ein zukunftsweisendes Konzept vertreten hat, als die anderen katholischen Stände ihre Hoffnung noch auf die Waffen des Kaisers und der Liga setzten. Insofern war Wambold ein Mann des reichspolitischen Ausgleichs, wie ihn so viele Repräsentanten des Mainzer Stuhls verkörperten. In Zeiten des großen Krieges ließ sich jedoch eine solche Position um so schwieriger durchhalten, je stärker die Kunst der Waffen und nicht das Geschick der Verhandlung gefragt war. Dieser Umstand zeigt ein Grunddilemma aller geistlichen Fürsten im Dreißigjährigen Krieg auf. Da die Fürstentümer der Germania Sacra kaum über eigene Truppenkontingente verfügten, waren sie auf die Hilfe und den Schutz mächtiger Potentaten und Fürsten umso stärker angewiesen. Doch gingen sie dabei meist unterschiedliche Wege.

