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Veranstaltungen Sommer / Herbst 2017

Friesische Händler und der frühmittelalterliche Handel am Oberrhein

Montag, 25. September 2017, 18.00 Uhr im MVB-Forum

Jens Boye Volquartz, M.A. (Universität Kiel)

Die fränkische Eroberung der friesischen Kernlande in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts löste eine Handelsexpansion aus, die heute als „Friesenhandel“ bekannt ist. Friesische Händler befuhren im Frühmittelalter Routen von der Nordsee bis zu den Alpen und gründeten entlang ihrer Fahrtstrecken sogenannte „Friesenviertel“ – so auch am Oberrhein in Mainz und Worms.

Schriftquellen und archäologische Untersuchungen aus den Stadtbereichen geben erstaunliche Informationen zu den Friesen am Oberrhein preis. So werden Handelsrouten, Partner und Konkurrenten, Schiffe und Logistik sowie Teile des Warensortiments der friesischen Händler sichtbar – auch im Vergleich zum sonstigen Handel am Oberrhein. Nicht zuletzt hatten die Friesen mit ihrer besonderen Form der Ansiedlung vor den Mauern der mittelalterlichen Bischofsstädte am Oberrhein eine Auswirkung auf die Stadtentwicklung, die zur Ausbildung eines nur am Oberrhein in dieser Form zu findenden Stadttypus führte. Dessen Spuren sind auch nach dem Verschwinden der friesischen Händler im 10. Jahrhundert bis heute im Stadtbild wiederzufinden.

Die reformatorische Bewegung in der erzbischöflichen Metropole Mainz: anfängliche Erfolge und frühes Scheitern

Montag, 6. November 2017, 18.00 Uhr im MVB-Forum

Prof. Dr. Wolfgang Dobras (Stadtarchiv Mainz)

Sehr früh bildete sich eine reformatorische Bewegung in der Stadt Mainz. Zu ihren ersten Aktionen gehörte, dass im November 1520 Mainzer Bürger den päpstlichen Nuntius Aleander daran hinderten, Schriften Luthers öffentlich zu verbrennen. Kurz zuvor hatte Caspar Hedio begonnen, von der Domkanzel herab im reformatorischen Sinne zu predigen. Doch der Aufstand der Bürgerschaft, der während des Bauernkriegs 1525 gesellschaftliche, wirtschaftliche und auch kirchliche Reformen herbeiführen sollte, wurde von Kurfürst Albrecht von Brandenburg niedergeschlagen. Das Scheitern bedeutete das Aus für die weitere Verbreitung der Reformation. Der Vortrag untersucht die Gründe dafür und entwirft ein Panorama des kirchlichen und religiösen Lebens in der kurfürstlichen Metropole zur Zeit der Reformation.

Mainzer Rheinuferforum von 1944 – eine Planungsdemonstration

Montag, 11. Dezember 2017, 18.00 Uhr im MVB-Forum

Dr.-Ing. Rainer Metzendorf (Mainz)

Öffentliche Gebäude in Mainz, vom Römischen Theater über das Kurfürstliche Schloss bis hin zum heutigen Rathaus, erhielten als gesellschaftspolitische Manifeste möglichst die prominentesten Standorte dieser Stadt, die am Rhein.

1944 ließ Reichsminister Albert Speer von Berlin aus für Mainz ein Gauforum am Rhein planen, das mit Parteibauten samt Aufmarschplätzen um das historische Schloss das Zentrum einer nationalsozialistisch geprägten Nachkriegsstadt bilden sollte.

Der Mainzer Stadtplaner und Architekt Dr.-Ing. Heinz Knipping entwarf 1944 hierzu eine Alternative. Seine Planungen waren bisher unbekannt und galten als verschollen. 2016 gelangten sie über einen privaten Nachlass in das Stadtarchiv Mainz.

Knippings Rheinuferplanung vom Schloss bis zum Winterhafen ist eine Demonstration lokalspezifisch geprägter, zeitgenössischer Auffassung von Stadtbaukunst und Architektur. Ihre Sonderstellung gegenüber anderen Foren und Zentren der „Neuen Zeit“ wird in dem Vortrag vergleichend behandelt.